Calgary, Cowboys, Rockies

Mai 31, 2009

Wow, lange ist’s her. Dieses Mal dauerte es sogar 2 Monate bis ich mal über meinen Wochenend-Trip nach Calgary berichte. Ende März durfte ich, wie schon kurz angesprochen, ein Wochenende in Calgary verbringen, eine Stadt in der Provinz Alberta – also im Westen von Kanada, aber östlich von den Rocky Mountains – und laut Wikipedia die am schnellsten wachsende Großstadt Kanadas. Zu diesem Vergnügen kam ich nämlich, da meine WG-Kollegin Clementine dort für ein Projekt arbeitet und unter der Woche eben immer in Calgary ist. Ihre Firma zahlt ihr jedes Wochenende den Flug nach Montreal oder woandershin, wenn es nicht teurer als der Flug nach Montreal ist. Tja, und wenn sie mal ein WE in Calgary bleibt, kann sie jemanden einladen und ich hatte eben Ende März das Glück.

Nach dem 4 bis 5 Stunden Flug nach Calgary, wurde mir sofort klar, warum die Provinz Alberta auch das „Texas von Kanada“ genannt wird. Ja, sie haben viel Öl und ja sie haben viel Geld und ja es gibt Cowboys. Gleich am Flughafen dachte ich mir: „Wow! Eigentlich wie man es sich vorstellt oder wie man es von den Voruteilen hört.“ Die meisten Männer, die ich da eben gleich gesehen habe, hatten ein kariertes Hemd an, waren etwas stärker, aber nicht dick, hatten die leicht rötlichen Backerl und ein John Deer Kapperl auf und meistens sind sie dann mit einem großen Truck weggefahren … oder war das nur in meiner Vorstellung so? Naja egal. In Calgary selber sieht man dann auf jeden Fall haufenweise große Trucks, und dabei habe ich eigentlich noch immer nicht heraus gefunden, ob man für so ein Gefährt einen LKW-Führerschein braucht. Neben den Trucks und den großen Straßen, sieht man viele relativ neue Hochhäuser und viele, viele Baustellen. Calgary dürfte wirklich viel Geld haben. Eine Einheimische hat mir auch erzählt, dass vor 15 oder 20 Jahren Calgary so gar nicht existiert hat, dass man die Stadt eben nicht wieder erkennen würde. Zusammenfassend gesagt, ist Calgary schon eine ganz nette Stadt, obwohl ich mir nicht vorstellen könnte hier zu leben. Ich hatte nämlich das Gefühl, dass man hier unbedingt ein Auto braucht, obwohl man in einer Großstadt ist.

Calgary

Calgary

Eine der zwei Nächte meines WEs verbrachten wir dann eben direkt in Calgary und da ich „richtige“ Cowboys treffen wollte, gingen wir am Abend in einen Club namens … „Cowboys“. Dort hat natürlich jede(r) zweite einen Cowboyhut auf und ja … Cowboys eben. Einer hat mir dann auch den richtig traditionellen Two-Step-Line-Dance beigebracht, oder er hat’s zumindest versucht. Die Kellnerinnen laufen auch mit Cowboyhüten und Cowboystiefeln herum und recht viel mehr nicht. Neben den Line-Dance habe ich noch etwas Neues gelernt: Und zwar, wie man einen Boobs-Shooter trinkt. Ein Shooter generell ist in einem Stamperl, also so ähnlich wie ein Schnaps und es gibt auch unterschiedliche Sorten. Eigentlich weiß ich nie, was es wirklich ist. Aber zurück zum Boobs-Shooter. Die Freunde, mit denen wir in diesem Club waren, waren schon Profis in dieser Trinktechnik und meinten eben, dass ich das auch unbedingt ausprobieren muss. Also zuerst sucht man sich eine Boobs-Shooter-Kellnerin, das ist nicht wirklich schwierig, aber erfahrene Gäste wollen ihren Shooter auch nur mehr von einer bestimmten Kellnerin. Dann steht die Kellnerin vor einem und hält den Shooter in der Hand. Man nimmt den Shooter, trinkt und die Kellnerin nimmt den Kopf vom Trinker und drückt ihn auf ihre Brüste und schüttelt oder wackelt diese dann hin und her. Und das war’s. Nach meiner aufregenden Erfahrung, fragten dann die Freunde ganz gespannt: „Und wie war’s, wie hat es dir gefallen? Die waren echt, stimmt’s?“ Ja, sie waren echt, und sie waren weich und sie waren warm. Aber naja, ich glaube trotzdem, dass dies für Männer viel aufregender ist als für Frauen. Aber zumindest weiß ich das jetzt auch.

Am nächsten Tag sind wir dann ca. 1,5 Stunden nach Banff gefahren, eine Schiregion in den Rockies und das war wirklich cool. Es war mein erstes und bis jetzt einziges Schierlebnis in Kanada und es war sooo super. Als wir in die Rockies fuhren, kamen immer mehr Heimatgefühle auf … also die Berge oder mühlviertlerischen Hügeln gehen mir schon öfters ab hier. Die Rockies sind auf jeden Fall mit den Alpen zu vergleichen, außer dass die Rockies von der Weite her viel größer sind und überhaupt scheinen die Alpen etwas mehr zusammengedrückt im Vergleich zu den Rockies. Aber alles superschön.

Rockies, I am coming!

Rockies, I am coming!

Schifahren waren wir dann zu dritt: Clementine, Sükrü (Clementines Arbeitskollege aus Deutschland) und ich. Und wir hatten super Spaß. Als „Mountain Girl“ (so haben mich die Kanadier dort genannt, da ich ja aus Österreich komme), konnte ich ihnen auch ein paar Tipps bezüglich Schifahrstilverbesserung geben. Maaa, es wirklich super, super, super. Okay, ich hör eh schon auf zu schwärmen. Im Vergleich zu Österreich ist der Schnee in den Rockies vielleicht etwas leichter, da es dort nur selten um die 0 Grad hat, die Pisten sind vielleicht etwas weiter und man braucht sich nicht so lange (oder gar nicht) am Lift antellen. Aber die richtig urigen Schihütten fehlen halt schon ein bisschen und natürlich die ganzen Schihits, wie z.B. DJ Ötzi und Katzlruther Spatzn oder keine Ahnung wie die alle heißen. Es gibt natürlich auch Schihütten, aber keine „originalen“. Den Abend haben wir dann noch Banff verbracht und haben es uns in einer kleinen Therme noch gut gehen lassen.

Die Schiprofis

Die Schiprofis

Und am nächsten Tag, sind wir dann noch nach Lake Louise rüber gedüst und haben sich den zugefrorenen See angsehen, der ja (wenn nicht zugefroren) eine wirklich schöne blaue Farbe haben soll. Und dann musste ich eh bald wieder zurück zum Flughafen und „heim“ fliegen. Es ist sehr schnell vergangen, aber es war ein super schönes Wochenende und guter Urlaub im Diplomarbeitsschreibstress.

Wochenende im Schnee und Iglu

März 30, 2009

Dieser Beitrag ist ja leider schon ein Nachtrag. Zur Zeit bin ich aufgrund der Diplomarbeit einfach zu faul andere Sachen zu schreiben, tut mir leid. Also, die Massen von Schnee sind auch schon wieder weg, aber am Wochenende von 20. bis 22. Februar war es hier im ganzen Land noch seeehr weiß. Und dieses genannte Wochenende habe ich dann mal nicht mit DA-Schreiben verbracht, sondern ich war wieder mal so richtig in der Naturf.

Ein Freund, der am 20. Februar Geburtstag hatte, lud nämlich einen Haufen Leute (16 um genau zu sein und 2 Babies) auf ein Wochenende in einem Cottage ein. Darum sind wir dann ca. 2,5 Stunden richtung Nordosten gefahren zu einem See (von dem hat man aber nichts gesehen, weil er zugefroren/zugeschneit war) namens Lac aux Sables. Dort haben wir dann Sachen gemacht, die ich schon fast nicht mehr kannte 🙂 nämlich den ganzen Tag draußen verbringen, Spiele spielen, viel essen natürlich, langlaufen, im Schnee herumhüpfen und Iglu bauen. Ja, ich bin jetzt geprüfte Iglubaumeisterin.

Wir haben nämlich zwei gebaut: Das eine war ziemlich riesig – da hätten 4 oder 5 Personen leicht drinnen schlafen!!! können – und das andere hatte dafür eine Luxus-Suite. Also, um euch auch ein bisschen zu belehren, es gibt ja zwei Arten von Iglus: die einen (die richtigen Iglus eigentlich) werden auf einer Fläche mit Eis- oder Schneebrocken aufgebaut, bei den anderen hat man einen Schneehaufen oder -berg und dann buddelt man ein Loch und baut somit das Iglu. Wir bauten unsere in der zweiten Bauweise, aber natürlich richtig professionell mit „der Eingang muss niedriger als der Boden des Iglus sein, damit die Wärme im Iglu bleibt“ und so.

Also wie gesagt, dieses Wochenende hat mir dann richtig gut getan. Ich war richtig erstaunt, da ich nämlich mehr als 24 Stunden mal nicht den Computer eingeschaltet habe. Das war etwas ungewöhnlich, aber ein gutes Gefühl.

Ja und jetzt sitze ich gerade im Flieger zurück nach Montréal. Dieses Wochenende war ich nämlich in Calgary. Mehr dazu gibt es dann in einem Monat 🙂

Beim Langlaufen

Beim Langlaufen

Iglo bauen

Iglu bauen

Was haben Viti und ich gemeinsam?

Februar 13, 2009

… Wir können gleich dämlich schauen.

20)

Viti (01.01.09 02:20)

10)

Ich (07.02.09 02:10)

Wieder mal ein sehr guter Film

Februar 10, 2009

Normalerweise schreibe ich ja nicht über Filme, weil ich mir denke, darüber schreiben eh so viele Leute, die sich wahrscheinlich viel besser auskennen. Aber gestern habe ich mir einen Film im Kino angesehen, der hat mich wirklich beeindruckt und soweit ich weiß, läuft der ja bei uns zu Hause ja auch noch nicht: Slumdog Millionaire

Die Handlung ist schnell erklärt: Es geht um die indische Version der „Millionenshow“ – die ist wirklich überall gleich. Bei dieser nimmt ein junger Mann teil, der in den Slums Mumbai aufgewachsen ist – der Slumdog. Stand: Final question und natürlich Unterbrechung und Fortsetzung am nächsten Tag. Aber die Nacht wird lang für ihn – festgenommen – des Betrugs beschuldigt – gefoltert. Nachdem die Folterungen nichts bringen, lässt die Polizei ihn reden und fragt ihn Frage für Frage, wie er die Antwort wissen konnte. Somit wird das Leben von „Jamal“ erzählt und am Ende weiß man dann auch, warum er überhaupt in der Show ist.

Okay, der Film ist eigentlich ein Märchen. (Aber nicht jedes Märchen hat ein Happy End, oder?? Nein, ich verrate nichts.) Was mir am Film gefallen hat und was mich sehr beeindruckt hat, waren die Bilder mit denen er „spricht“. Gerade am Anfang des Filmes sieht man schnell aufeinander folgende, wunderschön bunte, perspektivisch geniale Bilder, die alle dasselbe zeigen: das abscheulichste Viertel einer indischen Stadt.

Und dieser Kontrast, dieses etwas verwirrende Gefühl zieht sich durch den ganzen Film durch – also ich habe mir das zumindest gedacht. Das ist nicht nur auf die Bilder, sondern auch auf die Geschichte bezogen: schreckliche Situationen neben kindlicher, diebischer Leichtigkeit, traurige Erlebnisse, die die Antwort für eine weitere Million Rupen bringen. Ein Film, der schockiert und im nächsten Moment lacht oder lächelt man wieder.

Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass Slumdog Millionaire von Danny Boyle gemacht wurde. Wer Trainspotting kennt, kann sich eventuell vorstellen, was einem ungefähr erwartet. Also, schaut euch diesen Film an! 10 Oskarnominierungen können doch auch nicht von irgendwo herkommen.

Vielleicht schreib ich wieder mal kurz, was sich sonst noch tut: Nicht viel, außer dass ich mir selbst einen Stress mach mit Diplomarbeit und so – aber mir geht’s schon gut 🙂 Und letzten Freitag hatte ich noch etwas Action: Bei einer Hausparty war dann nämlich auf einmal die Polizei in der Wohnung und hat uns gleich ein Ticket von 140 CAD in die Hand gedrückt. Naja, wenn man es sich aufteilt, dann geht das schon. Aber das Blöde war dann, dass sie nachher noch einmal gekommen sind (da war ich, brav wie ich bin, schon im Bett) und nachdem ein Freund einer Polizistin gesagt hat, dass er sie umbringen will, haben sie ihn eingesperrt. Ja, bei dem schaltet sich irgendwie bei einer bestimmten Alkoholmenge das Gehirn aus. Aber nach einer Nacht und 300 CAD weniger, durfte er dann auch wieder nach Hause.
Also, immer nett sein zu der Polizei 🙂

I am back

Januar 16, 2009

Drei Wochen Heimaturlaub vergehen einfach viel zu schnell und jetzt bin ich schon wieder vier Tage hier im sonnigen, kalten Montréal. Aber zur Zeit habe ich leider noch nicht sehr viel weiter erkundet, da ich bis jetzt nur das Bett mit Grippe und Fieber gehütet habe. Das habe ich mir nämlich noch geschwind als Souvenir von Österreich mitgenommen (oder habe ich einfach das letzte Wochenende doch zu ausgiebig gefeiert?) Eigentlich hatte ich ja Glück, dass meine grippalen Viren bei der Einreise unentdeckt blieben oder ich nicht in der USA arbeite. Somit konnte ich der Quarantäne entkommen bzw. wurde nicht fälschlicherweise als Biowaffe identifiziert. Obwohl etwas eingesperrt fühle ich mich ja trotzdem, was an die -25° C liegt, die wir heute draußen haben.

Also, sitze oder liege ich zur Zeit nur herum und langweile mich, aber zumindest habe ich heute mal das Gefühl, dass es mit meiner Gesundheit wieder bergauf geht. Sonst gibt es nicht viel zu erzählen, außer vielleicht, dass ich eine neue Mitbewohnerin habe, die sich bereits als sehr nützlich erwiesen hat. (Eigentlich habe ich eh noch nie viel von meinen Mitbewohnern erzählt.) Die Neue heißt Eva, ist 30 Jahre, aus Deutschland und ist Ärztin – sehr nett und praktisch. Somit konnte ich mir bereits lange Irrwege durch Montréal auf der Suche nach einem Arzt sparen, welcher mir dann auch nur gesagt hätte: „Das musst du aussitzen.“ Eva hat bereits ein paar Jahre als Ärztin in einem Krankenhaus in Deutschland gearbeitet und macht jetzt zwei Jahre Forschung hier in Montréal in ihrer Spezialisierung „Krebserkrankungen“ und noch spezieller Leukämie. Sie ist zur Zeit mein einziger direkter menschlicher Kontakt und ist eben erst kurz vor Weihnachten bei uns eingezogen. Ich denke, sie ist auch ganz unternehmungslustig, wenn sie mal Zeit neben ihrer vielen Arbeit hat. Nebenbei lerne ich jetzt auch mal „schönes“ Deutsch.

Die anderen zwei unser Vierer-Behausung sind nämlich gerade ausgeflogen. Clementine (27, aus Frankreich – von der habe ich eh schon mal etwas erwähnt) ist aus beruflichen Gründen öfters weiter unterwegs. Sie verkauft und macht Beratungen rund um SAP-Systeme. Diese Woche war sie in Calgary und vielleicht sehe ich sie ja heute noch. Mit ihr bin ich am Wochenende sehr oft und meistens lange unterwegs.

Und dann ist da noch Frederic. Er ist jetzt der einzige Kanadier – ‚tschuldigung, er bezeichnet sich selbst als Quebecois – hier, 36 Jahre und Biologielehrer. Sein Beruf ist wahrscheinlich auch der Grund, warum er (fast) alle menschlichen Verhaltensweisen auf irgendwelche Triebe oder Hormone zurückzuführen weiß. Gerade bei Diskussionen über partnerschaftliche oder zwischenmenschliche Themen kommt Fred immer zu dem Schluss, dass wir hormongesteuerte Geschöpfe (ich will jetzt nicht sagen „Tiere“) sind. Manchmal sind diese Diskussionen auch sehr lustig und interessant (er kann seine Thesen auch mit hunderten Spezialbegriffen belegen), jedoch manchmal sind sie auch etwas anstrengend, vor allem, wenn man mal anderer Meinung ist als er. Unser Hahn im Korb hat auch eine Henne, welche aber ihren eigenen Stall hat. Zumindest ist das mein letzter Wissensstand. Zu Weihnachten haben sie nämlich zum ersten Mal in ihrer zweijährigen Beziehung einen einwöchigen Urlaub gemacht und Frederic war selbst am Zweifeln, ob das gut gehen wird. Am Samstag kommt er dann von einer Fortbildungsreise (auf Costa Rica – ich mag auch) zurück, da werde ich dann sicher gleich alles erfahren.

Also, so fühle ich mich schon sehr wohl in meinem kanadischen Heim. Irgendwie ist trotzdem immer etwas los. Und wenn ich dann wieder mal fit bin, dann gibt es wahrscheinlich auch aktuellere Geschichten zu erzählen.

Glasbäume, Schnee und Vorfreude

Dezember 20, 2008

Wow … nur mehr 4 Tage bis Weihnachten, nur mehr einmal (eigentlich zweimal) schlafen bis zum Heimflug und heute war das Praktikum vorbei. Schnell ist es vergangen, schön war es, Lob hab ich bekommen, aber es war auch viel zu tun … gerade in der letzten Zeit. Aber das waren auch Vorbereitungen für die Diplomarbeit.

Mittlerweile lerne ich schon etwas vom richtigen kanadischen Winter kennen. Also es gibt schon Schnee und es ist noch kälter. Obwohl es ja anscheinend noch gar nichts ist. Alle sagen, ich soll mal auf den Jänner warten. Sicher ist jedoch, dass ich bis dahin noch viiiieeel mehr wärmere Sachen brauche. Meine dicken Strumpfhosen und langen Unterhosen gehen schon aus 🙂 Die Grade sind in der letzten Zeit ja ziemlich gependelt. Von -20 bis +6 und dann wieder zurück auf so um die -15.

Aber sehr schön ist es hier. Und es gab überall Glasbäume (leider jetzt nicht mehr). Es hat nämlich ziemlich viel geschneit, dann ist es warm geworden und der Schnee ist irgendwie geschmolzen und dann gleich wieder gefroren, weil es gleich wieder kalt war. So irgendwie. Auf jeden Fall waren alle noch so kleinen Äste der Bäume mit Eis überzogen … sogar auch die Nadeln der Nadelbäume. Sehr schön anzusehen und anzuhören … ich mag einfach das Geräusch von knirschendem Eis oder Schnee. Ausgesehen hat das Ganze ungefähr so: (leider hatte ich nicht die Möglichkeit mehr Fotos davon zu machen … und irgendwie lasst mich WordPress das nicht mehr größer machen … mmhhhh)

Glasbaum

Glasbaum

Mittlerweile liegt auch schon etwas Schnee. Also ausschaufeln muss ich mich noch nicht, aber von den Straßen wird der Schnee schon mit LKWs weggefräst und abtransportiert.

Ok … ich bin schon wieder zu faul. Jetzt komme ich eh bald nach Hause, dann kann ich wieder reden und brauch nicht schreiben. Freue mich übrigens schon seeehr darauf, ich mein auf euch. Ich hoffe nur, alles haut hin. Für Sonntag ist nämlich schon ein Schneesturm angekündigt.

Bis dann …

Die Entscheidung

November 29, 2008

Ich habe mich nun (endlich) entschieden. Leider kann ich mir ja nicht bis Weihnachten Zeit lassen.

Ich werde Mitte Jänner wieder nach Kanada kommen und hier meine Diplomarbeit schreiben. Außerdem werde ich 21 Stunden in der Woche für CRIM arbeiten. Das Ganze geht dann bis Ende Juli.

Ja, war nicht wirklich einfach die Entscheidung, da ich ja natürlich alle von zu Hause sehr vermisse. Aber irgendwie denke ich mir, dass ich diese Chance wahrnehmen muss und die Arbeit macht mir auch super Spaß. Bei CRIM haben sich natürlich alle auch sehr gefreut.

So … Anmeldungen für Kanadaurlaube bitte an meine E-Mail-Adresse.

Die Handtasche einer Frau …

November 29, 2008

Was ist eigentlich so in einer Handtasche einer Frau, ohne die frau ja nie ausgeht?

ALLES!!! Und warum weiß ich das so genau?? … Ok, das wird eine längere Antwort:

Normalerweise mach ich mir ja nicht viel aus meiner Handtasche. Normalerweise weiß ich gar nicht, was da alles so drin ist. Aber wenn man die Tasche mal nicht mehr hat, dann bemerkt man auf einmal „aja … der Wohnungsschlüssel, der Arbeitsschlüssel, die Arbeitszutrittkarte, das Geldtascherl mit dem ganzen Geld, allen möglichen Bankkarten, Kreditkarte und Bus-Metro-Monatskarte, Kaugummi, Schminkzeug, Handcreme, meine Weste, … ist alles in der Handtasche“. Abgesehen davon, dass ich mir dann wie ein unselbstständiger Mensch vorgekomme, fühle ich mich etwas „nackig“ so ohne Handtasche … schräg das Ganze.

Ok, bevor irgendwelche Spekulationen aufkommen, hier die Geschichte wie mir meine Tasche abhanden gekommen ist … gestohlen wurde sie ja nicht, zumindest nicht direkt.

Gestern war ich wieder mal fort und zwar mit meiner WG-Kollegin Clementine und ihrem Freund und ein paar Arbeitskollegen von diesem. Ich habe gestern den ganzen Abend keinen einzigen Cent benötigt, nicht nur weil ich ja dann kein Geld mehr hatte, sondern weil die Arbeitskollegen seeeeehr spendabel waren. Also waren wir dann alle mit der Zeit schon etwas lustig und noch mehr in Party- und vor allem Tanz-Stimmung. Daher kam der Lokalwechsel und der Sturm auf die Tanzfläche. Ein Arbeitskollege – George – wurde dann schon etwas anhänglich, was wohl auch daran lag, dass er nicht mehr wirklich stehen konnte. Daher war das Tanzen auch schon etwas schwierig. Aber er sah es selbst ein, wollte sich noch etwas an meiner Handtasche festhalten, bemerkte aber dann, dass das nichts bringt und wackelte im Rückwärtsschritt richtung Couch … noch immer im Versuch sich bei der Tasche festzuhalten. Schließlich nahm der die Tasche und hängte sie sich um. Ich habe das natürlich alles mitbekommen – ich war ja noch fast nüchtern – und habe mir nur gedacht „cool, der sitzt da mit meiner Tasche und passt für mich darauf auf und ich kann endlich unbeschwert tanzen“. Das habe ich dann natürlich auch getan – die Musik war auch wirklich gut (elektronisch).

Naja, schließlich kommt es dann, dass ich mir irgendwann mal denke, wo ist eigentlich George? Wo ist eigentlich meine Tasche? PANIK kommt auf, alles wird abgesucht, nichts gefunden. George wird angerufen, aber er hebt nicht ab. Also, kann man nur darauf hoffen, dass er mit meiner Tasche herumläuft 🙂 (Leider habe ich dieses Bild nicht gesehen.) Natürlich war ich dann grantig und sauer auf mich selbst. Wie kann man auch nur so naiv sein und einem Betrunkenen die Handtasche anvertrauen. Der einzige Lichtblick in dem ganzen Schlamassel war, dass ich mein Handy in meinem Mantel hatte und somit nicht ganz verloren war.

Wie ich dann zu Hause war und mir dachte, ich kann jetzt sicher nicht schlafen, ruft mich dann George an und entschuldigt sich 1000mal und wollte mir die Tasche gleich noch vorbeibringen. Aber ich habe ihm dann gesagt, dass wir das morgen irgendwie regeln werden.

Mittlerweile habe ich meine Tasche mit dem ganzen Inhalt schon wieder … yeah! Und ich habe auch erfahren, dass George eine riesige Platzwunde auf der Stirn hat und gestern im Krankenhaus war und genäht wurde. Außerdem kann er sich an nichts mehr erinnern und er hat sich wohl gewundert, als er dann mit meiner Tasche aufgewacht ist. Aber auf die hat er super aufgepasst, der fehlt gar nichts.

Should I stay or should I go?

November 25, 2008

Seit einer Woche kämpfe ich mit meinem Kopf- und Bauchgefühl, weil ich eine ziemlich wichtige Entscheidung zu fällen habe. CRIM hat mich gefragt, ob ich nicht länger bleiben will. Das heißt, ich würde meine Diplomarbeit hier in Kanada schreiben und bis zum Sommer noch bei CRIM 2 oder 3 Tage pro Woche arbeiten. Deshalb nur eine halbe Woche, weil ja bei der Diplomarbeit auch was weiter gehen sollte. Naja … dieses Angebot hat mich ziemlich überrascht … ich habe nämlich wirklich nicht damit gerechnet. Natürlich freut es mich – also sind sie doch zufrieden mit mir – aber es wird keine leichte Entscheidung werden. Noch dazu hat Sacha, mein Kollege, schon zu mir gesagt: „Na wenn du dann schon ein Jahr hier warst, dann kannst du auch super französisch, dann wirst sowieso gleich da bleiben.“ Vor habe ich es nicht, dass ich länger als bis zum Sommer bleibe (wenn ich überhaupt bleibe), aber wenn ich eines in der letzten Woche gelernt habe, dann dass es nichts bringt, sein Leben zu planen … haha 🙂

Das klingt vielleicht jetzt ein bisschen zu dramatisch, aber irgendwie wird diese Entscheidung ja doch mein Leben sehr beeinflussen, oder nicht? Nicht nur in beruflicher Hinsicht, sondern auch in privater. Ich denke mal, dass sich jetzt alle denken (zumindest alle, die meinen Freund kennen): „Und was sagt Stephan dazu?“ Der ist viel zu lieb, er lässt nämlich die Entscheidung mir über.

Die Arbeit wurde auf jeden Fall seit letzter Woche noch um einiges interessanter. Ich arbeite jetzt nämlich an einem zweiten Projekt mit. Dabei geht es wieder um das selbe Course Management System wie bei meinem vorigen Projekt, aber dabei integrieren wir ein anderes Tool mit Google Web Toolkit (GWT). Ich kenne mich zwar damit noch nicht aus, es ist aber sehr interessant. Und übrigens: Ja WIR, dieses Mal ist es nicht ein Projekt, wo ich die ganze Umsetzung alleine mache, sondern wir sind ein Team von 8 Entwicklern. Darum ist natürlich das Management der Softwareentwicklung auch wichtiger – und auch viel interessanter. Wir wenden nämlich Scrum an, das eine Methode der agilen Softwareentwicklung ist. Da dieses Projekt eine Kooperation von CRIM, einer Uni in Montreal und einer zweiten Firma ist, arbeite ich nicht in meinem kleinen Büroabteil, sondern in einem wunderschönen, hellen Unigebäude mit köstlicher Kantine. Und damit ich hier auch gescheit arbeiten kann, habe ich natürlich auch einen Firmenlaptop bekommen. Jaja, sie wissen also schon, wie sie einem das Bleiben schmackhaft machen können. Jedoch ist es nicht nur sehr interessant, sondern auch etwas anstrengend. Letzte Woche hatten wir zwei Tage lang wichtige Meetings, die ein Teil dieser Scrum-Methode sind, und die natürlich alle nur in französisch waren. Von dem ganzen hochkonzentrierten Zuhören, musste ich manchmal aufpassen, dass ich nicht einschlafe … es ist nämlich schon ziemlich anstrengend, Wort für Wort zu lauschen und zu übersetzen bzw. zu erraten.

Die Diplomarbeit würde ich dann natürlich nicht auf französisch schreiben, sondern auf englisch. Bezüglich Thema lassen sie mir bei CRIM auch einige Freiheiten. Hier haben sie nämlich einige interessante Projekte, wo ich dann eben eine Diplomarbeit schreiben könnte. Da könnte ich mir eben was aussuchen oder auch selber etwas vorschlagen und was eigenes machen.
Wenn ich nicht hier bleibe, würde ich die Diplomarbeit höchstwahrscheinlich bei einer Firma in Österreich schreiben. Ich habe bereits einige Anfragen ausgeschickt und auch schon ein paar Angebote erhalten. Hier sind auch sehr interessante Themen dabei. Der einzige kleine Nachteil wäre jedoch, dass es ganz neue Themen sind und bei CRIM hätte ich doch einen Bezug zum Praktikum.

Naja … mein Kopf und mein Bauch wissen leider auch nicht, was sie wollen. Jetzt muss ich sowieso mal den Vertragsvorschlag abwarten und dann sehe ich, ob ich es mir überhaupt leisten kann. Wenn ich mit 2-3 Tagen Arbeit pro Woche dasselbe bekomme wie jetzt, dann würde mir die Entscheidung schon etwas leichter fallen 🙂 Naja, nicht unbedingt …

Aber egal wie die Entscheidung ausfallen wird, zu Weihnachten komme ich auf jeden Fall nach Hause. Und ich freue mich schon RIESIG darauf!!!

Parlez-vous français?

November 9, 2008

Da sich meine Französischkenntnisse nur mäßig verbessern, musste ich mir selbst eingestehen, dass ich professionelle Hilfe brauche. Daher machte ich mich auf die Suche nach einem Französischkurs, welcher nicht zu teuer sein sollte. Die meisten Kurse kosten über 200$, aber ich war fündig und fand einen um 45$ für zwei Monate. (Das Ganze passierte schon Ende Oktober.) Also ein super Angebot, welches eigentlich nur Immigranten zu Gute kommt, aber irgendwie wäre das für mich auch schon gegangen.

Am liebsten hätte ich ja gleich angefangen, das Ganze hatte nur einen Haken. Der Kurs wäre in der letzten Oktoberwoche gestartet und bis zum Ende meines Kanadaaufenthalts gegangen. Das ist noch nicht wirklich schlimm. Jedoch wäre der Kurs jeden Tag von Montag bis Donnerstag von 17:30 bis 22:10 Uhr oder so gewesen. Das heißt also, ich hätte jeden Tag pünktlich um 17:00 Uhr mit der Arbeit Schluss machen müssen, wäre dann schnell mit dem Bus zum Kurs gefahren und schließlich dann um ca. 22:30 Uhr heimgekommen. Am nächsten Tag wäre ich wieder, wie immer, um 7:30 oder 8:00 Uhr aufgestanden und in die Arbeit gefahren und das Ganze wäre jeden Tag so weiter gegangen. Ich habe sogar eine Zeit lang überlegt, ob ich es machen soll. Ich weiß zwar nicht, was man jeden Tag 4,5 Stunden lang in Französisch machen kann, aber ich wäre auf jeden Fall ein Französisch-Genie geworden. Ich könnte dann perfekt Französisch, jedoch fahr ich aber gleich nach dem Ende des Kurses wieder nach Österreich zurück. Meine größte Sorge war aber, dass ich mit dem Kurs mein soziales Leben hier aufgeben hätte müssen – kein Fortgehen mehr, kein Schnell-eins-Trinken-gehen mehr, keine Parties mehr. Ich könnte nicht einmal mehr einkaufen gehen. Alles wäre somit auf’s Wochenende zusammen gekommen, was sich aber alles zeitlich nie ausgehen könnte. Daher entschied mich nach ca. einer Stunde heftigem Überlegen, dass ich wohl die restliche Zeit hier weiterhin mit meinem eher schlechten als rechten Französisch zu überleben versuche und dafür lieber beim Fortgehen mal ein paar Sätze Französisch rede.