Wow, lange ist’s her. Dieses Mal dauerte es sogar 2 Monate bis ich mal über meinen Wochenend-Trip nach Calgary berichte. Ende März durfte ich, wie schon kurz angesprochen, ein Wochenende in Calgary verbringen, eine Stadt in der Provinz Alberta – also im Westen von Kanada, aber östlich von den Rocky Mountains – und laut Wikipedia die am schnellsten wachsende Großstadt Kanadas. Zu diesem Vergnügen kam ich nämlich, da meine WG-Kollegin Clementine dort für ein Projekt arbeitet und unter der Woche eben immer in Calgary ist. Ihre Firma zahlt ihr jedes Wochenende den Flug nach Montreal oder woandershin, wenn es nicht teurer als der Flug nach Montreal ist. Tja, und wenn sie mal ein WE in Calgary bleibt, kann sie jemanden einladen und ich hatte eben Ende März das Glück.
Nach dem 4 bis 5 Stunden Flug nach Calgary, wurde mir sofort klar, warum die Provinz Alberta auch das „Texas von Kanada“ genannt wird. Ja, sie haben viel Öl und ja sie haben viel Geld und ja es gibt Cowboys. Gleich am Flughafen dachte ich mir: „Wow! Eigentlich wie man es sich vorstellt oder wie man es von den Voruteilen hört.“ Die meisten Männer, die ich da eben gleich gesehen habe, hatten ein kariertes Hemd an, waren etwas stärker, aber nicht dick, hatten die leicht rötlichen Backerl und ein John Deer Kapperl auf und meistens sind sie dann mit einem großen Truck weggefahren … oder war das nur in meiner Vorstellung so? Naja egal. In Calgary selber sieht man dann auf jeden Fall haufenweise große Trucks, und dabei habe ich eigentlich noch immer nicht heraus gefunden, ob man für so ein Gefährt einen LKW-Führerschein braucht. Neben den Trucks und den großen Straßen, sieht man viele relativ neue Hochhäuser und viele, viele Baustellen. Calgary dürfte wirklich viel Geld haben. Eine Einheimische hat mir auch erzählt, dass vor 15 oder 20 Jahren Calgary so gar nicht existiert hat, dass man die Stadt eben nicht wieder erkennen würde. Zusammenfassend gesagt, ist Calgary schon eine ganz nette Stadt, obwohl ich mir nicht vorstellen könnte hier zu leben. Ich hatte nämlich das Gefühl, dass man hier unbedingt ein Auto braucht, obwohl man in einer Großstadt ist.

Calgary
Eine der zwei Nächte meines WEs verbrachten wir dann eben direkt in Calgary und da ich „richtige“ Cowboys treffen wollte, gingen wir am Abend in einen Club namens … „Cowboys“. Dort hat natürlich jede(r) zweite einen Cowboyhut auf und ja … Cowboys eben. Einer hat mir dann auch den richtig traditionellen Two-Step-Line-Dance beigebracht, oder er hat’s zumindest versucht. Die Kellnerinnen laufen auch mit Cowboyhüten und Cowboystiefeln herum und recht viel mehr nicht. Neben den Line-Dance habe ich noch etwas Neues gelernt: Und zwar, wie man einen Boobs-Shooter trinkt. Ein Shooter generell ist in einem Stamperl, also so ähnlich wie ein Schnaps und es gibt auch unterschiedliche Sorten. Eigentlich weiß ich nie, was es wirklich ist. Aber zurück zum Boobs-Shooter. Die Freunde, mit denen wir in diesem Club waren, waren schon Profis in dieser Trinktechnik und meinten eben, dass ich das auch unbedingt ausprobieren muss. Also zuerst sucht man sich eine Boobs-Shooter-Kellnerin, das ist nicht wirklich schwierig, aber erfahrene Gäste wollen ihren Shooter auch nur mehr von einer bestimmten Kellnerin. Dann steht die Kellnerin vor einem und hält den Shooter in der Hand. Man nimmt den Shooter, trinkt und die Kellnerin nimmt den Kopf vom Trinker und drückt ihn auf ihre Brüste und schüttelt oder wackelt diese dann hin und her. Und das war’s. Nach meiner aufregenden Erfahrung, fragten dann die Freunde ganz gespannt: „Und wie war’s, wie hat es dir gefallen? Die waren echt, stimmt’s?“ Ja, sie waren echt, und sie waren weich und sie waren warm. Aber naja, ich glaube trotzdem, dass dies für Männer viel aufregender ist als für Frauen. Aber zumindest weiß ich das jetzt auch.
Am nächsten Tag sind wir dann ca. 1,5 Stunden nach Banff gefahren, eine Schiregion in den Rockies und das war wirklich cool. Es war mein erstes und bis jetzt einziges Schierlebnis in Kanada und es war sooo super. Als wir in die Rockies fuhren, kamen immer mehr Heimatgefühle auf … also die Berge oder mühlviertlerischen Hügeln gehen mir schon öfters ab hier. Die Rockies sind auf jeden Fall mit den Alpen zu vergleichen, außer dass die Rockies von der Weite her viel größer sind und überhaupt scheinen die Alpen etwas mehr zusammengedrückt im Vergleich zu den Rockies. Aber alles superschön.

Rockies, I am coming!
Schifahren waren wir dann zu dritt: Clementine, Sükrü (Clementines Arbeitskollege aus Deutschland) und ich. Und wir hatten super Spaß. Als „Mountain Girl“ (so haben mich die Kanadier dort genannt, da ich ja aus Österreich komme), konnte ich ihnen auch ein paar Tipps bezüglich Schifahrstilverbesserung geben. Maaa, es wirklich super, super, super. Okay, ich hör eh schon auf zu schwärmen. Im Vergleich zu Österreich ist der Schnee in den Rockies vielleicht etwas leichter, da es dort nur selten um die 0 Grad hat, die Pisten sind vielleicht etwas weiter und man braucht sich nicht so lange (oder gar nicht) am Lift antellen. Aber die richtig urigen Schihütten fehlen halt schon ein bisschen und natürlich die ganzen Schihits, wie z.B. DJ Ötzi und Katzlruther Spatzn oder keine Ahnung wie die alle heißen. Es gibt natürlich auch Schihütten, aber keine „originalen“. Den Abend haben wir dann noch Banff verbracht und haben es uns in einer kleinen Therme noch gut gehen lassen.

Die Schiprofis
Und am nächsten Tag, sind wir dann noch nach Lake Louise rüber gedüst und haben sich den zugefrorenen See angsehen, der ja (wenn nicht zugefroren) eine wirklich schöne blaue Farbe haben soll. Und dann musste ich eh bald wieder zurück zum Flughafen und „heim“ fliegen. Es ist sehr schnell vergangen, aber es war ein super schönes Wochenende und guter Urlaub im Diplomarbeitsschreibstress.




